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Textil | Architektur | Bekleidung

Karin Harather

 

 
 
 

Mit diversen Phänomen des Bekleidens beschäftige ich mich mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten und auf sehr unterschiedliche Weise: Schon zu Studienzeiten an der Wiener Kunstakademie wurden die Weichen für die spezifische „Zweigleisigkeit“ meines persönlichen Zugangs zur Bekleidungsthematik gestellt. Von Anfang an war es mir wichtig, einen Arbeitsstil zu entwickeln, der die traditionelle Kategorisierung und strikte Trennung von künstlerisch-angewandter Praxis und wissenschaftlich-theoretischer Forschung negiert und überwindet, ein Pendeln zwischen beiden Bereichen erlaubt bzw. diese gleichermaßen mit einbezieht. Mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen hat sich dieser Zugang bis heute fortgesetzt.

 

Meine wissenschaftlich-theoretische Auseinandersetzung mit der Bekleidungsthematik liegt u. a. in Buchform vor (HAUS-KLEIDER. Zum Phänomen der Bekleidung in der Architektur, Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 1995; vergriffen). Diese Publikation beleuchtet das weite Themenspektrum der architekturbezogenen Bekleidungspraxis im kultur- und architekturgeschichtlichen Kontext und verweist auf vielgestaltige Analogien und Korrelationsmöglichkeiten von „zweiter und dritter Haut des Menschen“ - dies das Formale und Funktionale, vor allem aber das Motivische und Metaphorische betreffend. An Hand ausgewählter Architekturbeispiele werden schließlich - in durchaus subjektiv interpretativer Form – unterschiedliche Kleidungskategorien festgelegt und exemplarisch veranschaulicht.

Aus dem Klappentext:

„HAUS-KLEIDER stellt einen fundierten Beitrag zur durchaus aktuellen, wissenschaftlich jedoch wenig aufgearbeiteten Bekleidungsthematik in der Architektur dar. Spezifisch ist die Betrachtungsweise, die mit einem Bekleidungsbegriff operiert, der unmittelbar an den Charakteristika der menschlichen Bekleidung ausgerichtet ist. Ausgehend von Gottfried Semper (1803-1879) und seinen theoretischen Beiträgen wird die Bedeutung des Prinzips der Bekleidung in der Baukunst’ analysiert und der zeitbezogene Wandel der Bekleidungspraxis aufgezeigt. Mit dem reich illustrierten Abriß über Vorhang-, Baldachin- und Zeltvariationen gibt die Autorin einen informativen kulturhistorischen Überblick über das breite Spekturm von Architekturbekleidungsmustern. Mit ihrer sehr persönlichen Interpretation ausgewählter Architekturbekleidungsbeispiele des 20.Jh. fokussiert sie spezifische Aspekte des Bekleidens und schreibt damit eine völlig neue Sichtweise des Bekleidungsthemas fest.“

 

Ende der 1980-er, Anfang der 1990-er Jahre entstanden einige „Mode-Kollektionen“ als konzeptuelle Beiträge zum Thema der Bekleidung im engeren bzw. ursprünglichen Sinn, nämlich Bekleidungen für den menschlichen Körper. Experimentelle Tendenzen und stark inhaltliche Bezüge prägten die Kollektionen „Das Thema: Die Frau“ (1987), „GE-WAND“ (1988) und „Stadtstrand“ (1990, in Kooperation mit Norbert Lechner).

Interventionen im (öffentlichen) Raum, die sehr unmittelbar mit der objekt- und/oder architekturbezogenen Bekleidungspraxis und der textilen Elementik operierten waren u. a. „Der Rote Teppich“ (1989), der „Vorhang als Vorwand“ (1991) sowie diverse, in Kooperation mit Norbert Lechner entstandene Arbeiten, etwa die Rauminstallations-Serie „Rahmenbilder“ (ab 1991), die Performance „Angehen“ (1991) und die Innenraum-Arbeit „Der Rote Faden“ (1998).

 
 
 
 
 
Fotos: S. Berlinger, P. Freiß, B. Ruttner
 
 
 
 
 
 

„Das Thema: Die Frau“, 1987
Die Kollektion ist angelegt als offensiv-plakativer Beitrag zur Inszenierung von „Weiblichkeit“. Die Subjekt-/Objekt-Rolle der Frau im Kontext der gesellschaftlichen Bedeutungsfunktion von Kleidung wird durch die signalhafte Überzeichnung „typisch weiblicher“ Körperformen formal unterschiedlich thematisiert.

 
 
 
 
 
Fotos: S. Berlinger, N. Lechner
 
 
 
 
 
 

„GE-WAND“, 1988

Die Kollektion verweist auf archetypische Praktiken des Bekleidens und auf die vielseitige, flexible Verwendung sowie die spezifischen Materialqualitäten des textilen Materials: Das einfache Stück Stoff, die Stoffbahn per se, die sowohl Wand als auch Gewand sein kann, steht hier im Mittelpunkt der gestalterischen Auseinandersetzung und im Fokus differenter kulturhistorischer Bezüge.

 
 
 
 
 
Fotos: Harather/Lechner
 
 
 
 
 
 

„Stadtstrand“, 1990 *

Die Kollektion setzt die bekleidungsimmanente Thematik des „Verhüllens und Enthüllens“, das Wechselspiel von „bekleidet oder nackt“ mittels Minimalhüllen für den (weiblichen) Körper in Szene: Ein langer Reissverschluss bildet  das „Rückgrat", an dem - je nach Modell unterschiedlich – die elastische „bekleidende Hülle“ befestigt ist.

 
 
 
 
 
Fotos: Norbert Lechner
 
 
 
 
 
 

„Der Rote Teppich“, 1989, Wien (temporär)

Diese situative Installation an der Treppe des Hauptportals der Wiener Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz verwies auf ein extrem symbolträchtiges und althergebrachtes textiles Architekturbekleidungs-element. Der Rote Teppich, der im konkreten Fall kein Teppich sondern vielmehr eine Rampe mit weicher Textilbespannung war, konnte aufgrund der hohen Elastizität des Materials tatsächlich begangen werden. Man musste seine Schritte dabei aber sehr bewusst und behutsam setzen, die Gefahr des Strauchelns oder Stolperns war latent vorhanden.

Und so stand dieser motivisch äußerst präsente Rote Teppich in (ironischem) Kontrast zum klassischen Roten Teppich, mit dem man das würdevolle Schreiten und den großen Auftritt schlechthin assoziiert.

 
 
 
 
 
Fotos: Norbert Lechner
 
 
 
 
 
 

„Der Rote Faden“, 1998, St. Pölten *

Bezug nehmend auf die barocke Substanz der Ausstellungsräumlichkeiten des NÖ Dokumentationszentrums für moderne Kunst in St. Pölten entwickelten wir eine für diesen Innenraum „maßgeschneiderte" Arbeit: Eine textile Wandbekleidung, die wir - materialmäßig äußerst reduziert, jedoch Raum greifend, besser gesagt: Raum umspannend - auf alle vier Wände des Raumes applizierten. Vorhandene architektonische Strukturen wurden mit dieser temporären Intervention neu definiert und neue Strukturen optisch suggeriert.

In Anlehnung an die Fadenspiele für Kinder, bei denen innerhalb eines vorgegebenen Nagelrasters durch entsprechende Fadenführung unterschiedlichste Figurationen „gezeichnet" werden können, haben wir die im Ausstellungsraum vorhandenen Baustrukturen teilweise weiter „gezeichnet“: Der Rote Faden – im konkreten Fall rund 240 Laufmeter lang - lief tatsächlich in einem Stück durch, wurde also auch über diverse Wandöffnungen wie Fenster und Türen geführt. In den sechs bestehenden Wandfeldern fügte er sich zu säulenschaftähnlichen, etwas schräg geführten, reliefartigen Musterbildern, so dass das charakteristische Deckengewölbe und die vorhandenen simsartigen Gewölbekonsolen an den Wänden durch „textile Pilaster" ergänzt wurden.

Mit einfachsten Mitteln - mit lediglich einer Rolle Schnur und Pinnägeln – gelang es, ein gesamträumliches Gestaltungskonzept umzusetzen, das in seiner Wand bekleidenden „Einfachheit" einen subtilen und doch nachhaltigen optischen Eindruck hinterließ, der natürlich nicht zuletzt durch den wohl kalkulierten, beharrlich irritierenden „Kippeffekt" des Musterbildes seine Wirkung tat.

 

* gemeinsam mit Norbert Lechner (HARATHER/LECHNER)

 
 
 
 
 
 
 
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