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Kunst im (städte)baulichen Kontext

Karin Harather

 

 
 
 

Als Künstlergemeinschaft HARATHER/LECHNER arbeite ich bereits seit 1991 in Kooperation mit Norbert Lechner und im unmittelbar architekturbezogenen Kontext. Unsere Projekte beziehen sich immer auf konkrete räumliche Situationen – sei es auf Innenräume, Fassaden, Plätze oder andere Freiraumsituationen. Diese situative Bezugnahme, die konzeptuelle Ausrichtung und das Miteinbeziehen von funktionellen Aspekten sind Charakteristika der künstlerischen Herangehensweise und ein prägendes Merkmal unseres Arbeitsstils.

Projektauswahl: "Umweltinseln Krems", "Platzhalter", "Der Rote Punkt", "AnTante", "Der Rote Faden"

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

HARATHER/LECHNER, „Umweltinseln Krems“, ab 1993 fortlaufend, Kremser Stadtgebiet

Unser Konzept für die Adaptierung bestehender und die Errichtung neuer Müllsammelplätze im Stadtgebiet von Krems sah vor, auf das Erfordernis der Müllzwischenlagerung (als spezifischem Problem unserer Zeit) gestalterisch angemessen zu reagieren: Wir wollten die Müllcontainer der Sammelstellen daher nicht verstecken sondern sie – ganz im Gegenteil - in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Die Container wurden daher zu den Protagonisten der Gestaltung erhoben: Dies durch die Ausbildung von Stellplatzfigurationen, die – je nach Grundrissvorgabe des „Insel-Grundstücks“ – die Container zu strengen, jedoch differenzierten räumlichen Formationen ordnet und sie gleichsam auf den Sockel stellt. (Die Entwicklung eines Systems aus Fertigbetonteilen mit nur 4 unterschiedlichen Formsteinen, die vom stadteigenen Bauhofteam in beliebigen Figurationen problemlos versetzt werden können, gewährleistete die gewünschte Flexibilität in der Umsetzung). Entsprechende Zeichenwirkung kommt den Protagonisten aber erst durch ihre signifikante Farbigkeit zu: Gemäß einem Farbcode, der die Mülltrennung symbolisiert und verdeutlicht, werden die sockelartigen Standstellen durch die Bestückung mit monochrom durchgefärbten Containern zu inselartigen „Containerplastiken“ komplettiert. Wie in einem Farbsetzkasten können die Container mit jeder Müllentleerungsaktion per Zufall und ganz beiläufig zu neuen Farbmustern gruppiert werden.

Die über den Stadtraum verteilten Umweltinseln widerspiegeln einerseits das heterogene stadträumliche Gefüge (Grundrisssituation) andererseits vernetzen sie eben dieses (hoher Identifikationswert).

 
 
 
 
 
 
 
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