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World of Matter: Die visuelle Kultur der Ressourcenpolitik

Internationales Forschungsprojekt startet Bild-Datenbank zum globalen Umgang mit Ressourcen

 

 
 
 

 

Gesellschaftliche Diskussionen werden zu einem großen Teil von den Bildern geprägt, die zu ihrer Repräsentation herangezogen werden. Dies trifft gerade auf die in den letzten Jahren intensiv geführten Diskussionen über den Umgang mit Ressourcen - und die Folgen der menschlichen Einwirkung auf unseren Planeten zu.

Die tatsächlichen Schauplätze der Ressourcengewinnung sind oft räumlich abgelegen, aufgrund natürlicher Gegebenheiten oder betrieblicher Interessen nicht zugänglich und befinden sich somit meist außerhalb unserer eigenen Erfahrungswelt. Vom Abbau der Teersande in Alaska, küstenfernen Ölplattformen oder der rasanten Ausbreitung export-orientierter industrieller Landwirtschaft in Afrika wissen wir neben abstrakten Statistiken in erster Linie durch Bilder.

Die aktuelle Ressourcendiskussion durch neue Bilder und neue Bildzusammenhänge zu erweitern, ist das Ziel des internationalen Kooperationsprojekts World of Matter, das am 19. Oktober 2013 in Brüssel der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unter Beteiligung von Prof. Peter Mörtenböck und Dr. Helge Mooshammer vom Arbeitsschwerpunkt Visuelle Kultur am Institut für Kunst und Gestaltung der TU Wien arbeitet eine interdisziplinäre Gruppe von KünstlerInnen, FotojournalistInnen und WissenschaftlerInnen seit 2010 daran, ihre eigenen Arbeiten und Forschungsprojekte als visuelle und textliche Bausteine in einer vernetzten Datenbank öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Open Source als Antwort auf eine Politik der Knappheit

Das vorrangige Augenmerk des Projekts gilt dem Hinterfragen von stereotypen Vorstellungen und verkürzten Darstellungen, um so den komplexen Ökologien von Ressourcen besser gerecht zu werden. Das Projektdesign ist wesentlich von der Erkenntnis getragen, dass eine tatsächliche Weiterentwicklung des Bildvokabulars zu Ressourcen nicht nur einer Erweiterung von Perspektiven sondern auch des Kreises der Beteiligten bedarf. Eine neue Bildsprache zur aktuellen Ressourcenpolitik muss, damit sie wirksam werden kann, also auch in Umlauf gebracht und eingesetzt werden.

Eine in drei Jahren intensiven Austauschs entwickelte interaktive Webplattform gibt BenutzerInnen nun zum einen die Möglichkeit auf bildliche und textliche Materialien zu so unterschiedlichen Schauplätzen wie Baumwollplantagen in Indien, Wassersystemen entlang des Nils, der Bergbaukultur in Brasilien, dem Boom an spekulativem Urbanismus oder Experimenten der Wettermanipulation zuzugreifen. Zum anderen erlaubt die umfangreiche Indexierung dieser Materialien auch neue Zusammenhänge zwischen diesen Schauplätzen ausfindig zu machen und zu individuellen Ergebnissen zu gelangen. Das persönliche Interesse der BenutzerInnen fließt so als wichtige Komponente in die Produktion von Wissen über aktuelle ökonomische und ökologische Vorgänge ein. Neben der Schaffung und Pflege einer kontinuierlich wachsenden Datenbank leistet das internationale Kooperationsprojekt mit der Konzeption und Entwicklung dieser interaktiven Plattform einen wesentlichen Beitrag für eine zukunftsweisende Diskussion über den weltweiten Umgang mit Rohstoffen. Wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten zu Ressourcen werden auf diese Weise selbst zu einer wichtigen gesellschaftlichen Ressource.

Zur Kerngruppe von World of Matter zählen neben Prof. Peter Mörtenböck und Dr. Helge Mooshammer (TU Wien) weiters Mabe Bethônico (Universidade Federal Minas Gerais, Brasilien), Ursula Biemann (Zürcher Hochschule der Künste), Lonnie van Brummelen (Universiteit van Amsterdam), Uwe H Martin (Hochschule Luzern), Emily E Scott (ETH Zürich) und Paulo Tavares (Goldsmiths, University of London).

World of Matter wird von der Deutschen Bundeskulturstiftung gefördert. Die Entwicklung der Webplattform wurde durch Förderungen der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und der George Foundation ermöglicht.

 
 
 
 
 
 
 
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