Kunst und Gestaltung auf Vimeo
Abteilung Dreidimensionales Gestalten
Modul Integrales Kommunikationsdesign
Modul Kunsttransfer
Modul Visuelle Kultur
Links
Renate Stuefer
Urban Matters
Planning Unplanned
Peter Mörtenböck
Pressespiegel
Nada Zerzer
Symposium - Planning Unplanned
Kooperationspartner
Helge Mooshammer
Stefanie Wuschitz
In Transitional Landscapes
Otto Mittmannsgruber
Amila Sirbegovic
Architektur und Bildung
Bibliothek
Inge Manka
Andrea Seidling
Personen
Christine Hohenbüchler
Karin Reisinger
Relationale Architektur
Visuelle Kultur
Karin Harather
Kontakt
Networked Cultures
Christian Rabl
Daniel Chamier-Glisczinsky
Nicole Pruckermayr
World of Matter: Die visuelle Kultur der Ressourcenpolitik
Elena Manolas
Other Markets
Inge Manka
D. Hora, M. Milioni
Data Publics
Veranstaltungen | Events
Publikationen
Dissertationen
Individuelle Arbeitsfelder
Forschungsprojekte
Forschungsschwerpunkte
Sommersemester 2012
I Want ME!
Sonic Fiction
Wintersemester 2012
Der Scheinwerfer III
Sommersemester 2013
Doktorat
Unternehmen Paradeis
Wintersemester 2013
Master
2014: Urbane Energien / Hybride Räume
WUK reloaded 1:1
Sommersemester 2014
Bachelor
R.U. tumblr
Prokrastination
Wintersemester 2014
Workshop Gretta
Sommersemester 2015
Wintersemester 2015
keep on walking
Stegreifentwerfen Paradeisgasse
dringende Dinge zu tun
Sommersemester 2016
ACTiON am Karlsplatz 2011
WUK reloaded 1:1
Prishtina
Wintersemester 2016
vor.RAUM Gallery
Erinnerungsorte in Bewegung
D-0 ARK Konjic/Mostar/Sarajevo
Sommersemester 2017
The Last Paradise
ANDERS.GETEILT
Wohnen, now what?
Wintersemester 2017
Die Geste der Stilllegung
Public Learning #2 Charkiv/Ukraine
2017
Following the trace
Sommersemster2018
Mitten drin im Zentrum für Peripherie
Gastvorträge
ZVS
Wahlseminare
VU Subjektive Räume
Modul Visuelle Kultur
Modul Kunsttransfer
Modul Kommunikationsdesign
Künstlerische Projekte
Exkursionen
Entwerfen
Ausstellungen/Symposien
 
 
 

Karin Reisinger

Abstract

 

Grass Without Roots: Towards Nature Becoming Spatial Practice

 
 
 

 

 


Eifel, Gorongosa und Losiny Ostrov sind drei Beispiele des migrierten Konzepts Nationalpark mit ähnlichen Biographien, aber situiert in unterschiedlichen kulturellen Kontexten: Deutschland, Mosambik und Russland, nämlich direkt in Moskau. Obwohl die politische und gesellschaftliche Entwicklung dieser Orte sehr unterschiedlich ist, zeigt jede einzelne Geschichte eine starke Verbindung von Natur und Krise: Der Nationalpark Eifel umschließt Ordensburg Vogelsang, eine Eliteschule zu NS-Zeiten. Zurzeit wird sie teilweise zu einem touristischen Nationalparkzentrum umgebaut, nachdem ein lokaler Förderverein den Prozess der Nationalparkwerdung initiierte. In Mozambique okkupierte die RENAMO (Nationaler Widerstand Mozambiques) während dem Bürgerkrieg in den 90ern den Nationalpark Gorongosa als militärisches Hauptquartier; die architektonischen Anforderungen für Militär und Tourismus waren formal ähnlich. Auf Initiative von NGOs und einem U.S.amerikanischen Privatinvestor wurde der Park vor zwei Jahren wieder für TouristInnen geöffnet. Der Nationalpark Losiny Ostrov, mittlerweile von der Stadt Moskau umringt, verdankt seine Existenz der ´Zeit der Wirren´ (Smuta) und wurde aufgrund von Verwendung als Kleingärten und zur Viehzucht während dem Zweiten Weltkrieg als Naturreservat stark gefährdet. Diese Fallstudie führt zurück in die Stadt und zeigt das Verschwimmen der Grenzen zwischen Natur und Stadt auf. Gerade in Konflikten zwischen EinwohnerInnen und ÖkologInnen, zwischen Formalem und Informellem, zwischen Globalität und Lokalität entstehend, wird das offensichtlich traditionelle Konzept des Nationalparks, das sich aus dem amerikanischen Freiheitsmythos des 19. Jahrhunderts entwickelte, konstant in seinen weltweiten und regelmäßigen Wiederholungen adaptiert, und zwar mit jedem neuen Nationalpark, der vom IUCN (Internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) mit dem Hauptquartier in der Schweiz genehmigt werden muss. Innerhalb dieses Konservierungsapparates werden zusätzliche Funktionen entlang neuer Manifestationen von Alltagslogistiken generiert. Orte im Ausnahmezustand nach der Definition von Giorgio Agamben benötigen eine spezielle Ganzheit und Abgeschlossenheit, sodass sie in ihrer Souveränität operieren können. Sie müssen sich abgrenzen – zurückziehen, widerstehen, überleben – um von Transformation und kulturellen Interventionen ausgenommen zu werden. Bezugnehmend auf dieses Setting von konnektiven Geographien von ´globalen Gärten der westlichen Gesellschaft´ möchte ich zwei Fragen stellen: (1) Welche sind die Prozesse, die geschlossene Räume einer ´Typologie der Ausnahme´ im Ausmaß von minimalen architektonischen Manifestationen bis zu Geographien in Zeiten politischer Instabilität formen? (2) Und: Wer übernimmt die Rolle und Verantwortung, genau diese Räume zu bewohnen und dadurch zu verändern? Beziehungsweise welche Brüchigkeiten und Funktionsverschiebungen können durch Aneignung und Bleiben, ohne formale Bedingungen zu erfüllen, hergestellt werden? Im Gegensatz zu professioneller Regionalplanung soll hier der Einfluss von marginalisierten ProduzentInnen von Raum in den akademischen Diskurs transferiert werden. Auch von Herman Melville´s ´Bartleby´ von 1853 instruiert, möchte ich gedachte, gebaute und gelebte Komplizenschaften (EinwohnerInnen, NGOs, Communities, Regierungen) analysieren, indem Genealogien, Logistiken und Risiken dieser Beispiele, die in Verbindung von Ausnahme und Deterritorialisierungslinien entstehen, aufgezeigt werden.

 
 
 
 
 
 
 
Login Intranet